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Beruf

Matthias Zellmer - Webarchitekt
Freiberuflicher Informationsarchitekt

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Stuttgart 2013

Profil von Matthias Zellmer

Wer bist Du und was machst Du?

Ehrlich gesagt, interessiert es mich auch, wer ich bin? Die schnöden Fakten: Meine Name lautet Matthias Zellmer, ich bin 1970 in Hessen geboren, wo ich in einem kleinen Dorf namens Ernsthausen aufgewachsen bin. Nach einem bewegten Leben, bin ich inzwischen, zum zweiten Mal, in Stuttgart angekommen. Als meine Berufsbezeichnung nenne ich üblicherweise »Freiberuflicher Informationsarchitekt«, was unter anderem auf meinen persönlichen Studienschwerpunkt im Informatik-Studium zurückgeht. Soviel dazu; extrem verkürzt, aber nicht falsch.

Um etwas persönlicher zu werden: Ich habe Angst, aber keine Furcht. Bis zu diesem Sommer, habe ich über drei Jahre in einer politischen Kommune gelebt und gearbeitet; mit meiner Freundin. Ich habe noch nie verstanden, wie es möglich sein soll, Leben und Arbeiten von einander zu trennen. Daher haderte ich auch oft mit meinen Berufen. Nämlich genau dann, wenn sie sich nicht als Berufung herausstellen; was sie bisher allesamt nicht getan haben. So bin ich auf der Suche nach etwas, was mir diesbezüglich weiterhilft. Entweder die innere Gelassenheit, die mich einfach nur einen Job machen lässt oder die Aufgabe, die wirkliche Berufung ist. Aber vielleicht suche ich auch "nur" nach einem authentischen Ich.

Leben und Arbeiten gehören zusammen weil …

…, weil Tote nicht arbeiten.

Es ist ein wenig, wie mit der Kommunikation: So wie wir nicht "nicht kommunizieren" können, so können wir auch nicht "nicht arbeiten". Da dieser Aussage sicherlich nicht nur auf Zustimmung treffen wird, müssen wir dann doch mal im Detail auf den Arbeitsbegriff schauen: Viele verstehen unter "Arbeit" eine Tätigkeit, die zur Generierung des eigenen Unterhalt dient; und darauf bezogen, gibt es sicherlich auch Menschen, die "nicht arbeiten" … nicht erwerbsarbeiten. Aber viele dieser Erwerbsarbeiten finden ihre Legitimation vor allem darin, den gesellschaftlichen Aberglauben "Hauptsache Arbeit" zu bedienen, der in Wahrheit lauten müsste: "Hauptsache Erwerbsarbeit". Denn tätig sind wir alle, und zur Arbeit wird ein solches Tätigsein, wenn wir es für andere tun.

Leben ist mehr als Arbeit. Leben ist auch Lebensraum. Doch durch die fortschreitende Reduzierung der Menschen zu Konsumenten und Konsumentinnen, muss auf der anderen Seite auch immerzu dienstgeleistet und vor allem immerzu und immer mehr produziert werden. Der Ressourcen-Hunger dieses Paradigmas zerstört unseren Lebensraum; immer schneller, immer nachhaltiger.

In unserer auf Konsum trainierten Gesellschaft, in der die sinnvollen Aufgaben und Tätigkeiten kaum noch ausreichend bezahlt werden – wegen eines für die Management-Elite unzureichenden Return-of-Investment (ROI) – haben wir die real wichtigen Werte weitestgehend aus den Augen verloren. Dies sind gesellschaftliche Werte, die sich selten nur ausreichend in Geld bemessen lassen und deren wahrer Wert offensichtlich schon lange nicht mehr anerkannt wird.

Meiner Einschätzung nach, könnten wir mit zum Beispiel der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens diesem "Werteverfall" entgegensteuern; und bekämen damit die Chance, den Begriff "Wert" wieder so weit aufzufächern, wie er es verdient hat. Wie wir es verdient haben. Die Großverdiener der Zukunft müssen die Menschen sein, die im Dienst an der Gesellschaft tätig sind; die Kranke pflegen und den Müll abholen. Damit würde sich natürlich unsere Gesellschaft grundlegend verändern und Leben und Arbeit würden wieder ganz selbstverständlich zusammengehören.