Teinehmerprofil

Profil von Jan Theofel

Wer bist Du und was machst Du?

Ich arbeite inzwischen nur noch als Barcamp-Moderator und Barcamp-Organisator. Alle anderen Angebote, die ich früher einmal hatte (Webseite, Social-Media, Coaching, ...) habe ich zugunsten dieser Spezialisierung aufgegeben. Ich beschäftige mich als jeden Tag mit der Durchführung verschiedenster Barcamps und Themencamps. Das geschieht entweder alleine - wie beim LifeWorkCamp oder als Team. Meistens schließen wir uns als jemand mit einem Thema und mir mit dem Barcamp-Format zusammen.

Dabei bringe ich meine Erfahrung aus sehr vielen besuchten Barcamps und vielen Barcamp-Organisation seit 2008 mit ein. Als Teil der Community gebe ich mein Orga-Wissen stets weiter und pflege die Barcamp-Liste für den deutschsprachigen Raum.

2015 möchte ich mindestens eine weitere Person fest in mein Team aufnehmen, um die Barcamps noch effizienter abiwckeln zu können.

Wie wünschst du dir die Zukunft der Arbeit?

In Zukunft werden Arbeit und Privatleben weiter verschmelzen. Was noch für wenige Menschen Realität ist, wird sich für immer mehr Menschen und in immer mehr Branchen etablieren.

Dabei stehen wir nicht mehr als Mensch mit Arbeitsleistung im Fokus. Viel mehr wird immer wichtiger, wer wir als Persönlichkeit, als "Marke" sind und welches Netzwerk wir haben. Vor allem durch Social-Media und allzeit mögliche Kommunikation werden die Grenzen zwischen beruflichen und privaten Beziehungen immer stärker verwischen. Mit all seinen Vor- aber auch Nachteilen.

Und genau hier liegt die Herausforderung: Wie grenze ich dennoch ab? Welcher Kontakt bekommt "Freundschaftskonditionen". Einige hundert Facebook-Freunde oder nur ein paar davon? Welcher meiner Geschäftskontakte bekommt wie viel Einblick in mein Privatleben? Mit wem davon gehe ich ein Bier trinken?

Daneben wird auch die Frage des Ausgleichs immer wichtiger. Gerne telefoniere ich abends geschäftlich. Aber schaffe ich mir - wenn das oft und intensiv passiert - tagsüber dafür auch den zeitlichen Ausgleich um mich nicht zu überlasten?

Wie wünschst du dir das (Zusammen-)Leben in Zukunft?

Entscheidend anders, als es heute meistens gelebt wird!

Wir brauchen mehr Wertschätung, Zusammenhalt, Toleranz und Begenung in unserer Welt. Ein Miteinander statt meistens ein Nebeneinander ohne den anderen zu kennen oder gar ein Gegeneinander. Vor allem an den Stellen wo sich noch Gräben zwischen Menschen zeigen, wünsche ich mir ein Aufeinanderzugehen.

Es ist an der Zeit, dass wir erkennen, dass wir keine einzelnen Wesen sind, die alleine vor sich hinleben. Viel mehr wird eine Ahnung wichtig, dass wir uns mehr wie Zellen eines einzigen großen Organismus sehen. Jeder mit anderen Aufgaben und Fähigkeiten. Aber jeder für alle anderen, nicht für sich.

Lasst uns dabei nicht auf die großen Konzepte und Lösungen warten. Lasst uns dieses Verständnis jeden Tag ein bisschen mehr leben. Lasst und nicht über Integration und Zusammenleben reden - denn das impliziert doch, dass wir (noch) getrennt sind. Lasst es uns einfach leben!

Leben und Arbeiten gehören zusammen weil …

Wenn wir hier Leben als "Privatleben" nehmen, dann sind das für mich nicht - wie oft dargestellt - zwei Seiten einer Medallie. Viel mehr sind beide die gleiche Seite - ohne das es eine Gegenseite gibt.

Für mich greift Arbeit und Leben sinniger Weise ineinander und ergänzt sich gegenseitig. Aus Kunden werden Freunde, aus Freunden werden Kunden. Man begegnet sich auf einer persönlichen, freundschaftlichen Ebene - auch unnd gerade wenn man professionell zusammenarbeitet. Das reduziert Spannungen und fördert die Effizienz. Kundenprojekte werden zu einem "wir schaffen das", einer echten Teamleistung, die man gerne gemeinsam erbringt.

Alle meiner Geschäftstätigkeiten sind ursprünglich aus persönlichen Interessen erwachsen - und das auch geblieben. Kann man sich etwas Schöneres vorstellen? So fließt mein Herzblut in all meine Projekte - und von dort zu mir zurück. Ich kann mir keine erfüllendere Aufgabe vorstellen, als ich sie heute lebe.

Und dennoch braucht es eine Abgrenzung. Vor allem bei der Frage, wie viel Leistung wir erbringen. Und wann wir sie erbringen. Das zählt für mich zu den zukünftigen Herausforderungen.

Was fasziniert dich am LifeWorkCamp und/oder allgemein an Barcamps?

Ganz einfach: Ich liebe Barcamps. Wenn ich morgen einen großen Betrag im Lotto gewinnen würde (ok, vielleicht sollte ich dafür mitspielen), dann würde ich meinen Beruf quasi genau so weiterführen. Auch wenn ich das nicht mehr müsste. Ein kluger Coach sagte einmal, dass man seine Berufung gefunden hätte, wenn man dies von sich behaupten könnte.

Als ich das LifeWorkCamp gemeinsam mit Marga begründet habe, war es uns wichtig eine Veranstaltung zu schaffen, wo wir über neue Formen der Arbeit und des Lebens reden. Und wo wir nicht nur darüber reden, sondern ein Ort an dem klare Impulse entstehen und dann in der Praxis umgesetzt werden.

Dafür ist das Barcamp-Format, das ich so sehr liebe, absolut perfekt. Damit bringen wir Menschen zusammen und in einen Austausch, den ich sonst bislang nirgendwo erlebt habe. Dadurch dass sich jeder einbringt, wachsen wir alle gemeinsam. Es wird nicht theoretisiert sondern aus der Praxis für die Praxis Lösungen und Wissen vermittelt.

2012 und 2013 hat das bereits gut funktioniert und 2015 werden wir weiter wachsen und neue Teilnehmer gewinnen. Und das ist erst der Anfang!

Und schließlich gibt es ein ganz uneigennützes Interesse. Das ist die Frage, wie will ich in Zukunft arbeiten? Und mit wem? Und woran? Das ändert sich bei mir stetig, wird klarer und feiner. Barcamps wie das LifeWorkCamp liefern dabei entscheidende Impulse.